Ansprache von Wortgottesdienstleiter Markus Weiss am 16.8.2015

Das heutige Evangelium führt die sogenannte Brotrede der vergangenen 2 Sonntage weiter.

Es wird

-wieder an die Väter des alten Bundes erinnert und

-wieder bezeichnet sich Jesus als Brot des Lebens.

Doch diesmal geht Jesus noch weiter. Nun ist auch vom Blut Christi die Rede.

Und zusätzlich bezeichnet Jesus sein Fleisch als Speise und sein Blut als Trank. Ist ja auch konsequent. Brot wird nicht gebacken um es anzuschauen, sondern um es zu essen, um es in sich aufzunehmen.

Er sagt. „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben.“

Jesus möchte, dass wir in seiner Nähe sind. Er will in unserer Nähe sein. Er will in uns sein.

in uns – innen – innig. Er will eine innige Beziehung zu uns haben,

Sein Fleisch zu essen kann so gedeutet werden:   Durch Jesus und in Jesus zu leben. Es ist ein gegenseitiges Durchdringen. Wir sollen sozusagen Geschmack an Jesus finden. Ein Exeget namens Rudolf Schnackenburg schreibt: „Nicht das Essen und Trinken als solches ist bedeutsam, sondern die dadurch bewirkte bleibende Gemeinschaft.“ Wir sagen: Mir ist etwas in Fleisch und Blut übergegangen. Das heißt: Ich habe mir etwas so angeeignet, so verinnerlicht, dass es zu mir gehört, Teil meiner Person geworden ist.

Jesus will die absolute, bedingungslose Gemeinschaft mit jedem von uns. Er möchte diese gegenseitige Durchdringung. Er will in uns eintreten/einfließen, um unser Leben zu unserem Wohl von innen heraus zu erneuern.  Das wiederum tut der gesamten Schöpfung gut.

Doch wenn jemand oder etwas in uns hinein will, müssen wir uns öffnen. Aber nicht nur um die Kommunion zu empfangen, das gute Gefühl der Gemeinschaft mit Jesus zu haben. Wir sollen auch die Botschaft, die damit verknüpft ist, verinnerlichen. Wir sollen unseren Geist für die Lehre von Jesus öffnen. Wer an Jesus glaubt, in dem kann und wird er landen und ihn verändern. Manche von uns kennen vielleicht das Lied:

„Mach aus mir ein Werkzeug deines

Friedens, das ich Liebe bringe, wo man hasst.

Ein weitere Aussage Jesu´ im Evangelium lautet: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe ihn ihm.“

Wenn wir etwas essen, verbleiben ja auch Teile unserer Nahrung in uns. Das will Jesus auch. Er will, dass wir uns nicht nur durch den Empfang der Kommunion kurzfristig wohlfühlen.

Er will dass unsere Verwandlung bleibend ist, auch dort, wo wir es nicht unbedingt mit Gleichgesinnten zu tun haben, im Alltag.

Jesus kann solche starke Aussagen treffen, weil er sich als Sohn Gottes weiß. Er kann sich in Freiheit darauf einlassen, weil ihn eine göttliche Macht schützt, weil ihn – wie er im Sinne des Johannesevangeliums von sich sagt – “der lebendige Vater gesandt hat”. Und weiter: “…wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.”       Die Kraft seiner Liebe – die göttliche Liebeskraft, die in ihm und durch ihn wirkt, überwindet das Böse. Alle sollen das Leben haben. Sollen, ein Leben ohne Ablaufdatum, über den Tod hinaus haben.   “Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit”.