Hilfe für die Ukraine

Allgemeines über die Karpaten-Ukraine:

Fläche: 12.800 km2

Einwohnerzahl: 1.252.000

größte Städte: Ungvar und Munkacs

Die Karpaten-Ukraine (=Karpatalia) ist ein nur kleiner, im Südwesten gelegener Teil der Ukraine und wird zu 13 % von einer ungarisch sprechenden Minderheit bewohnt. Karpatalia gehörte bis zum Jänner 1946 mit einer Unterbrechung von 1921 bis 1939 zu Ungarn.

Die einst namhafte Industrie mit Betrieben der Holzverarbeitung und des Maschinenbaus ist fast überall stillgelegt. Einzig die Landwirtschaft funktioniert im privaten Bereich. Die Leute müssen im eigenen Garten arbeiten, um das selbst angebaute Obst und Gemüse in der Stadt zu verkaufen. Eine Kindergärtnerin, ein Lehrer oder ein Arzt könnten von ihrem Monatslohn nicht leben. Die staatlichen Angestellten erhalten sehr niedrige Gehälter. Derzeit bekommt ein akademischer Lehrer weniger als 170 Euro im Monat.

 Es gibt keinerlei Sozial- und keine Krankenversicherung. Die Arbeitslosigkeit in der Karpaten-Ukraine beträgt bis zu 40 %. Wird jemand krank, so muss er in das Spital eigenes Bettzeug sowie Medikamente, Verbandzeug und Essen mitbringen und den Arzt selbst bezahlen. Die dafür nötigen Beträge sind höher als ein Jahresgehalt.

Der Verein „Marika Freunde“ engagiert sich für die Menschen in der Karpaten-Ukraine. Es werden Hilfsgüter und Spendengelder gesammelt.

In den letzten 10 Jahren waren fast 400 LKWs unterwegs, die die gespendeten Hilfsgüter aus Österreich und Ungarn und von dort weiter in die Ukraine lieferten. In der Nähe von Budapest, in Erd, werden sie in einer Halle zwischengelagert.

Bei einer „Aktion“ wurden ca. 1000 Kartons in die Ukraine geliefert. Drei bis vier solche Lieferungen wurden pro Jahr über die Grenze gebracht.

Manche Lieferungen beinhalteten sperrige Gegenstände wie PCs, Heizkörper, gebrauchte Schulmöbel oder Krankenbetten, aber auch bereits verwendete Schultaschen, Rollstühle und andere Gehbehelfe. Die meisten Hilfsgüter sind Gewand, Schuhe, Hausrat und Schreibwaren, die in Österreich in Bananenkartons abgepackt und dann in der Ukraine über ein Sozialnetz verteilt werden.

In letzter Zeit erhielten auch Familien und Einzelpersonen finanzielle Hilfe. Viele körperlich behinderte Personen haben Gehhilfen, Rollstühle oder Krücken bekommen. Wir konnten Operationen von ca. 30 Kranken finanzieren. Manche Leute wurden mit Geld für den Ankauf von Medikamenten unterstützt, für sehr arme Familien haben wir Patenschaften übernommen, etc. So können begabte Jugendliche studieren, Kinder aus einem Waisenhaus eine Ausbildung erhalten und behinderte Kinder zu ihrer Therapiestätte gebracht werden.

Mit den Spendengeldern werden vor allem größere Projekte unterstützt.

Es wurden fertiggestellt:

  • die Mittelschule in Salank
  • Volksschulen in Rahò und Körösmezö
  • Kindergärten in Nevetlen, Örekakli, Gyertanliget, Aknaslatina, Salank, Szaloka und Nagypalàd
  • Ambulatorien in Örekakli und Salank
  • das Rehabzentrum in Huszt
  • das Waisenhaus in Huszt

Bei allen Projekten arbeitet die Bevölkerung sehr intensiv mit. Die Gemeinde stellt das Grundstück und manchmal auch ein altes Gebäude, welches adaptiert werden muss, zur Verfügung. Aus den Spendengeldern werden das Baumaterial und der Arbeitslohn der Facharbeiter bezahlt.

All dies ist mit Spendengeldern möglich.

Hilfe wird weiterhin benötigt

  • für das Dorf Szöglösgyula wurden wir geben, den Kindergartenneubau finanziell zu unterstützen.
  • eine Semmelaktion in Akli und anderen Dörfern werden wir weiterhin fördern, die ärmsten Kinder erhalten in der Schule eine Semmel und eine Tasse Tee geschenkt; oft ist es für die Kinder das einzige Essen am Tag.
  • das Waisenhaus in Tiszakeresztur sollte renoviert werden

Weitere Informationen bei:

Mag. Erich Steiner, Obmann der „Marika Freunde“

Tel.: 00431 330 74 61

esteiner@tele2.at

oder:

Familie Wegscheider, 2243 Matzen

Tel.: 0660/4003708

ha.he.wegscheider@drei.at

Spendenkonto. BANK AUSTRIA

Bankleitzahl 12000

Kontonummer503 383 06600

Kennwort: Marika Freunde

Besuch in der Ukraine vom 5. bis 8. Juli 2015

An der Reise teilgenommen haben  Diakon Mag. Erich Steiner, Obmann des Vereins Marika-Freunde, Thomas, der Gatte von Marika, Obmann des Vereines in Ungarn, Katinka, eine Freundin von Marika und Thomas, unsere Dolmetscherin, Hermann und Hannelore Wegscheider

Bereits zum zweiten Mal fuhren wir heuer wieder vom 4. bis 8. Juli in die Ukraine. Am späten Nachmittag des 4. Juli starteten wir in Matzen. Zuvor hatten wir unser Auto vollgepackt mit allem Möglichem (angefangen bei Schultaschen, alle möglichen Schulartikel, über Verbandsmaterial, Hygieneartikel bis hin zu Lebensmittel). In Wien holten wir Diakon Erich Steiner (Obmann des Vereines Marika Freunde) von der Pfarre zum Göttlichen Erlöser ab und fuhren bis Erd in der Nähe von Budapest. In Erd luden wir unsere mitgebrachten Spenden in das größere Auto von Thomas um.  Nach einem gemütlichen Abend bei Marika und Thomas schliefen wir in der Wohnung ihres Sohnes und starteten gemeinsam mit Katinka, unserer Dolmetscherin, und mit Thomas als Chaffeur um 7.00 Uhr früh am Sonntagmorgen.

Mit uns im Bus ein 18 jähriger Ukrainer, der aus der Ukraine nach Ungarn geflüchtet war, weil er in den Krieg hätte ziehen müssen. In Ungarn erhielt er einen ungarischen Pass und fuhr jetzt mit uns mit, weil er seine Eltern besuchen wollte.

Thomas ist die Verbindung zwischen den Menschen in der Ukraine und den Menschen westlich der Ukraine. Er verteilt 2 mal im Monat die Spenden in der Ukraine.) Zu Mittag waren wir bei der Grenze zur Ukraine in Tiszakerösztür. Thomas hatte einen Freund, den Direktor des Waisenhauses von Tiszakerösztür, gebeten, uns beim Grenzübergang auf uns zu warten und behilflich zu sein- und so konnten wir problemlos die Grenze passieren.

Unsere mitgebrachten Spenden wurden in einem Waisenhaus, in Kindergärten, Sonderschule/Rehab und etlichen anderen Stationen verteilt. Wir wurden von allen schon erwartet und sehr herzlich aufgenommen und erfuhren viel von den Ängsten und Nöten der Familien, aber auch von den Problemen im Alltag von Kindergärten, Sonderschulen, Arztpraxen etc.  Ein Thema bei allen Menschen, mit denen wir sprachen, war immer wieder die Angst vor dem Krieg. Auch wenn im Westen nicht Kriegsgebiet ist, so werden doch die Burschen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren in den Krieg geholt. Viele flüchten in andere Länder (vor allem nach Ungarn), weil sie keinen Sinn im Krieg und im Morden sehen.

Unsere Stationen:

das Waisenhaus in Tiszakerösztür

das Waisenhaus von Nelli in Huszt

das Behindertenzentrum von Marika in Huszt

Schule und Kindergarten in Salank

Kindergarten und Schule in Körösmezö

Behindertenfarm Ildiko und Erik Margetic in Vinograd

Kindergarten in Szöllösgyula (Kindergarten in Bau)

Kerzenwerkstatt von Behinderten in Visk

Besuch bei Andrey

Besuch bei der behinderten Marika und ihrem Baby

Ausflug

Besuch der Polyklinik und Arzt Laszlo in Salank

 

 Überall, wo wir hinkamen, wurden wir herzlich aufgenommen.

Und überall, wo wir hinkamen, konnten wir bereits gelieferte Spenden wiedererkennen: z.B. Spielsachen in den Kindergärten, bei der Ausstattung der Kindergärten, in den Schulen Tafeln, Sesseln und Tischen, Garderoben und vieles mehr. Alles sieht sehr sauber und gepflegt aus.

 

Ein herzliches Dankeschön allen Spendern!

Einige Geschichten von unserem Besuch in der Ukraine:

Waisenhaus“ in Tiszakeresztur

Unsere erste Station auf unserer Ukrainereise wir gleich das „Waisenhaus“ in Tiszakerösztür. Der Freund von Thomas führte uns durch das Haus, das gerade gereinigt und ein wenig renoviert wurde. Der Leiter des Waisenhauses berichtete uns, dass es an allem fehle. Wir bringen ihm Schultaschen und Thomas hat einige Taschen voller Schuhe. Auch Verbandsmaterial übergeben wir ihm.

Das Waisenhaus sieht sehr renovierungsbedürftig aus. Es gibt kaum Geld, um Material zu kaufen. Viele Glühbirnen fehlen. Erich Steiner, der Obmann vom Verein Marika Freunde, übergibt ihm eine Spende, die sogleich in Farbe umgesetzt wird. Zum Zeitpunkt, als wir dort waren, waren die Kinder gerade bei ihren Eltern oder in anderen Heimen untergebracht. Im Waisenhaus leben ca. 100 Kinder zwischen 5 und 16 Jahren, unter denen es auch viele Behinderte gibt. Bis vor wenigen Jahren hatte jedes Kind nur ein Bett im Heim besessen. Es gab weder einen Kasten für Kleidung noch irgendetwas, um private Sachen zu bewahren. Inzwischen hat Erich Steiner dafür gesorgt, dass jedes Kind zumindest ein Nachtkästchen besitzt (es sind Nachtkästchen, die in Österreich entsorgt worden wären). Viele der Waisenhausbewohner sind behinderte Kinder, die von den Eltern ins Heim gebracht wurden, weil sie sich schämen, ein behindertes Kind zu haben. Andere Kinder kommen aus sozial verwahrlosten Familien. Andere Kinder holt der Leiter des Waisenhauses von der Straße. Viele der Kinder sind gar nicht echte Waisenkinder.

Eine kurze Geschichte: Kinder wurden in der Schule aus Spendenpaketen neu eingekleidet. Als die Kinder über das Wochenende nach Hause fuhren, kamen die Kinder am Montag wieder nahezu nackt in die Schule. Die Eltern haben die Kleidung der Kinder verkauft und um das erhaltene Geld Alkohol gekauft.

Nelli und ihre Familie, ein ganz privates Waisenhaus

Nelli ist eine ganz besondere Frau: Sie ist eine Mutter mit sehr vielen Kindern. In einem Haus, etwas größer als ein Einfamilienhaus, lebt Nelli (geschätzt 50 Jahre alt), mit ihrem Mann und ihren Kindern: 5 eigene Kinder, davon der älteste ein Priester, eine Tochter ist Nonne – sie war gerade bei den Eltern zu Besuch – und ein Sohn ist verheiratet und wohnt nicht mehr im Haus. Eine Tochter (ca. 13-15 Jahre alt) wohnt noch im Haus und hat uns ihr beachtliches Können auf der Querflöte in einigen Stücken von Vivaldi gezeigt. Sie will eventuell in Ungarn Musik/Querflöte studieren. Ein weiteres Kind spielt seit einem halben Jahr Klarinette. Auch sie wollte uns ihr Können zeigen. Das Mädchen glaubt bis heute, die eigene Tochter zu sein, in Wirklichkeit wurde sie mit 3 Wochen bei Nelli abgegeben und nie wieder abgeholt. Nelli fürchtet schon den Tag, wenn sie ihr die Wahrheit sagen muss.

Ein kleiner Romabub kam ins Zimmer, von dem uns Nelli erzählte, dass er erst langsam wieder Lachen lernen muss. Er war so sehr misshandelt worden, dass man die Narben noch immer sehen konnte. Er hatte Brandwunden von Zigaretten auf seinem ganzen Körper.

Nelli hat bis jetzt weit über 20 Kinder großgezogen. Sie hat versucht, jedem Kind einen guten Start ins Leben zu geben. Sie hat selbst keine großen Einkünfte: sie ist Musikschullehrerin – und ihr Gatte ist eigentlich arbeitslos, bekommt Geld für kleine Hilfsarbeiten und hilft ihr im Haushalt. Als wir sie besuchten, waren gerade 7 Kinder im Haus – im September hat sie gemeint, werden es ca. 12 sein. Sie bekommt vom Staat für jedes Kind eine kleine Unterstützung, die für das Kind zusammen gespart wird für den Start in eine eigene Wohnung, wenn sie bei ihr ausziehen.

Auf Grund ihres Alters hat sie bereits überlegt, keine Kinder mehr neu auf zu nehmen.

Dann ist es aber passiert, dass ein kleines Mädchen vor der Türe stand und sie bat, dass sie ihr wohnen darf. Da sie keine Papiere hatte, musste Nelli sie einstweilen anderweitig unterbringen. Ihre Verzweiflung darüber, was sie denn weiter machen soll, war sehr groß. Und so hat sie einmal in der Kirche gebetet: „Herrgott, bitte zeige mir, was ich denn weiter machen soll! Ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste.“ (Nelli ist in der Kirche Lektorin und spielt auch auf der Orgel.)

Als sie aus der Kirche kam, stand das kleine Mädchen mit den Papieren vor der Kirchentüre und bat sie, bei ihr bleiben zu dürfen. Nelli hat gemeint: „Vater, ich hab dich verstanden“ und hat das kleine Mädchen zu sich mit nach Hause genommen.

Blinder Andrej

So wie im Vorjahr besuchten wir auch heuer wieder den blinden Andrej. Gegenüber dem Vorjahr fühlte sich seine Gattin heuer wohl. Im Vorjahr hatte sie eine Krebsoperation hinter ihr und bekam gerade eine Chemotherapie. Andrej ist seit seinem 25. Lebensjahr blind. Das faszinierende für uns: er findet sich in seinem Haus und Garten alleine perfekt zurecht. Er arbeitet in seinem Weingarten und Gemüsegarten, er macht selbst Wein und hat uns alleine in seinem Weinkeller herumgeführt (als blinder Mann!). Sein Wein ist für uns Österreicher etwas ungewöhnlich.

Von ihm und seiner Gattin wurden wir schon ungeduldig und freudig erwartet, und als wir endlich da waren, war der Tisch mit vielen Produkten aus ihrem eigenen Garten, schon gedeckt.

Kerzenwerkstatt in Visk

Erwartet wurden wir schon von den Eltern des mongoliden Burschen. Auch sie erzählten von ihren Problemen: die Eltern des mongoliden jungen Mannes betreuen neben ihrem Sohn weitere behinderte junge Menschen in ihrem privaten Haus. Sie holen die Kinder und Jugendlichen mit ihrem eigenen PKW von zu Hause ab – der PKW ist aber leider schon sehr schwach – und so würden sie ein größeres Auto benötigen, um mehr Kinder im PKW transportieren zu können.

Ihre Bitte an uns alle: falls jemand ein günstiges größeres Auto weiß, vielleicht wäre ein Auto für sie möglich.

Die Behinderten, die hier zusammen kommen, verarbeiten in mühevoller Arbeit Reste von Kerzen und stellen dann wunderschöne Kerzen her. Da in der Ukraine ein allgemeiner Geldmangel herrscht, werden sehr wenige Kerzen verkauft. Für Luxusgüter wie Kerzen ist kaum Geld übrig. Viele von diesen Kerzen nimmt Thomas mit nach Ungarn und Österreich und sie werden auf Weihnachtsmärkten verkauft.

Der junge Mann erklärte uns bei einer Tasse Kaffee (auch Kaffee ist Mangelware und daher sehr teuer), wie eine Kerze hergestellt wird. Katinka, unsere Begleiterin, übersetzte uns alles ins Deutsche.

Kindergarten in Nagybacszkö

Wir besuchten den Kindergarten in Nagybacszkö. Nachdem uns die Kinder Lieder vorgesungen und Gedichte (die wir leider nicht verstanden) vorgetragen hatten, bekam jedes Kind, das im Herbst in die Schule kommt, eine der Schultaschen, die wir mitgebracht hatten.

Bei Kaffee und Kuchen im Garten erzählte uns die Leiterin des Kindergartens, dass vor kurzer Zeit die Tiefkühltruhe kaputt gegangen war.

Leider hatte der Kindergarten kein Geld, um eine neue anzuschaffen. Da es im Garten zur Zeit viel Obst und Gemüse gab, konnte nichts von alle dem eingefroren werden, das man im Winter wieder verwenden konnte. Erich Steiner überreichte der Kindergartenleiterin € 400,– für den Ankauf einer Kühltruhe. Die Kindergärtnerin war überglücklich über die Spende und besorgte am nächsten Tag gleich eine neue Kühltruhe.

Polyklinik in Salank

Bevor wir nach Hause fahren, besuchen wir die Poliklinik in Salank, in der Laszlo als praktischer Arzt arbeitet. Er verdient ca.

€ 200,– ( es wird von Monat zu Monat auf Grund der riesigen Inflation weniger) im Monat. Neben seiner Arztpraxis betreut er auch noch mit seiner Gattin einen Garten und Haustiere (z.B. ein Schwein, Hühner, etc.), um überleben zu können. In der Poliklinik sind auch ein Gynäkologe und ein Zahnarzt untergebracht. Auch hier gibt es zahlreiche Gegenstände, die in Österreich entsorgt worden wären, wie z.B. ein Spitalsbett als Untersuchungsbett für die Patienten, ein Nachtkästchen oder ein Computer.

Jetzt ist es aber passiert, dass in der Ordination beim Waschbecken ein Schlauch platzte und das Wasser 1 ½ Tage ausfloss. Die Ordination stand unter Wasser und leider auch der Computer. So wurde der Computer unbrauchbar und sie hoffen, von irgend jemandem einen Laptop Dual Cor Processor 2 GB gespendet zu bekommen. Auch ein Kopierer-Drucker-Scanner wird dringend benötigt.

Trotz all dieser Probleme wurden wir zum Abschied und auch als Dankeschön für unsere mitgebrachten Spenden und ganz besonders auch dafür, dass wir sie nicht allein lassen, zu einem Picknick an einen ganz idyllischen Ort eingeladen. Unter einer Laube als Schutz vor der glühenden Hitze und neben einem kleinen See saßen wir mit all den lieben Menschen zusammen, bis wir uns verabschieden und wieder nach Hause fahren mußten.

Kindergarten und Schule in Körösmezö

In Körösmezö besuchen wir die Schule und den Kindergarten. Sowohl Kindergarten als auch Schule sind in einem Gebäude untergebracht. Und sie gehören bestimmt zu den Ärmeren.

Bei Kaffee und Kuchen erzählt uns die Leiterin von ihren Problemen (Kaffee haben wir ihr als Geschenk mitgebracht, da Kaffee sehr teuer ist)

Es gibt natürlich auch hier kaum Geld. Die Leiterin hat die Wahl, ob sie das Dach des Gebäudes reparieren lässt oder einen Brunnen bohren lässt für die Kinder. Das Dach ist kaputt, der Regen sickert durch das Dach. Aber noch größer ist das Problem mit dem Wasser. Dort wo der Brunnen ist, kommt nur noch ganz wenig Wasser.

 Auf einem anderen Platz vermutete man Wasser in ca. 40 m Tiefe und ließ dort bohren – es wurde aber festgestellt, dass vermutlich erst in 150 m Tiefe Wasser anzutreffen ist. 1 m der Bohrung kostet ca. € 70,–. Das dafür vorgesehene Geld reicht aber bei weitem nicht aus. So muss weiter sowohl für die Kinder im Kindergarten als auch für die Kinder in der Schule in Kanistern Wasser herbei geschafft werden (sowohl für den Bedarf der Kinder, für die Reinigung, Wäsche waschen etc.)

Therapiezentrum, Behindertenfarm von Ildiko und Erik Margetic in Vinograd

Wir besuchen Erik und Ildiko in ihrem Therapiezentrum. Hier gibt es einige Pferde, Hühner, Enten und Gänse. Ildiko hat die Ausbildung für das Therapiereiten gemacht, 2 Pferde bekamen sie geschenkt, da sich der vorherige Besitzer das Futter für die Tiere nicht mehr leisten konnte. Da sie keine Halle haben, können sie nur bei Schönwetter mit den Pferden und Kindern arbeiten – es darf aber auch nicht zu heiß sein. Jetzt haben sie von der Gemeinde eine alte, desolate Fabrikshalle geschenkt bekommen. Sie haben bereits mit den Renovierungsarbeiten begonnen. Sie arbeiten sehr fleissig, aber auch bei ihnen ist das Geld für Material sehr knapp. Viele ihrer Patienten haben auch nicht viel Geld, und so nehmen sie das, was sich die Eltern der Patienten leisten können. Und so wird die Halle eben Stück für Stück neu hergerichtet. Krieg ist auch bei ihnen ein Thema: sie wollen so lange bleiben und arbeiten, bis ihr eigenes Leben in Gefahr ist – aber dann möchten auch sie nicht länger bleiben.