Geschichte

2000 Jahre Christentum

  • Das Christentum ist aus dem Judentum entstanden. Die ersten Christen waren Juden, doch schon bald wurde die Kirche eine fast ausschließliche “Heidenkirche”. Der Apostel Paulus brachte das Christentum nach Griechenland, von wo es sich rasch über ganz Europa ausbreitete.
  • In den ersten Jahrhunderten waren die Christen großen Verfolgungen durch die römischen Kaiser ausgesetzt. Im Jahrhundert erlangten die Christen unter Kaiser Konstantin Religionsfreiheit und innerhalb weniger Jahrzehnte wurde das Christentum zur Staatsreligion (Konstantinische Wende).
  • Frei vom Verfolgungsdruck konnte sich die junge Kirche jetzt um Glaubensfragen kümmern. Die Bücher des Neuen Testaments wurden festgelegt.
  • Doch schon in dieser Zeit kam es zu ersten Kirchenspaltungen. Ursache waren oft nicht religiöse, sondern politische Gründe(z.B. die koptische Kirche in Ägypten).
  • 1054 kam es zur Spaltung der Westkirche unter dem römischen Papst und der Ostkirche. So entstand die orthodoxe Kirche.
  • Das Mittelalter ist gekennzeichnet von engen Verbindungen zwischen weltlicher Macht (Kaiser) und geistiger Macht (Papst, Bischöfe).
    Mit den Kreuzzügen (11. Jhdt- 13. Jdht) sollte das irdische Reich Gottes ausgebreitet werden und besonders Stätten des Lebens Jesu (Hl. Land) von den “Heiden” zurückerobert werden.
    Im Gegensatz zur reichen Adelskirche entstanden Ordensgemeinschaften, die in Armut lebten (z.B. Franziskaner, Dominikaner).
  • Das Jahr 1517 gilt als Geburtsjahr der protestantischen Reformation in Deutschland unter Martin Luther (95 Thesen). Er übte Kritik am Ablasshandel und anderen kirchlichen Missständen. Sein ursprüngliches Ziel war die Erneuerung (Reform) der Kirche, was allerdings zur Entstehung eigener Kirchen führte – die Evangelische Kirche hat hier ihren Ursprung. Es folgte die Reformation in der Schweiz und die Trennung der Kirche Englands von Rom ( Anglikanische Kirche). Das Konzil von Trient (1545 – 1563)[1] versuchte auf diese Spaltungen zu reagieren und bemühte sich um eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche.
  • Die Kolonialisierung Süd- und Mittelamerikas führte zu einer meist gewaltvollen Unterdrückung der indigenen Völkern und ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Kirche.
  • Wissenschaftliche Erkenntnisse und die zunehmende Demokratisierung der Staaten in den folgenden Jahrhunderten stellten die Kirche vor vielfältige Herausforderungen.
    Das Vatikanische Konzil 1962-1965 versuchte, sich mit dem “Zeichen der Zeit” auseinanderzusetzen und die Aufgaben der Kirche in unserer Gesellschaft neu zu bedenken (z.B. Gottesdienste in Landessprache, Religionsfreiheit, Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen und zum Judentum,…)
  • Im 20. Jahrhundert begannen Christen unterschiedlicher Konfessionen[2] das Bemühen um eine neue Einheit der Kirche (Ökumene). Das Verbindende soll über das Trennende gestellt werden, Spaltungen sollen überwunden werden. Ziel ist eine volle Gemeinschaft der getrennten Kirchen.

 

[1] Konzil: wenn der Papst und andere hochrangige Kirchenmitglieder sich im Vatikan zusammensetzen und gemeinsam über eine Reformation der Kirche nachdenken.

[2] Konfessionen: die Abspaltungen der Christlichen Kirche (evangelisch, orthodox, anglikanisch…)