Taufe

Die Taufe
(du bist mein geliebtes Kind, ich nehme dich an)

In der Feier der Taufe bekennt der Täufling seinen Glauben bei Säuglingstaufen tun das stellvertretend die Eltern und Paten.

 

Die Taufe ist das erste und grundlegendste der 7 Sakramente und außerdem eines der drei Sakramente, die wir auch “Initiationssakramente” nennen. Hierbei geht es besonders um die “Eingliederung” in die Gemeinschaft der Kirche. Die drei Initiationssakramente lauten Taufe, Eucharistie und Firmung.In besonderer Weise wendet sich Gott uns in der Taufe zu. Er will uns seine Liebe ganz tief erlebbar und erfahrbar machen. Natürlich liebt er jedes Kind auch schon vor der Taufe und wir dürfen uns dessen bewusst sein. Aber im Sakrament zeigt er uns diese Liebe in besonderer Weise.

Mit der Taufe beginnt sozusagen „offiziell“ der Weg mit Jesus und somit als Christ: Die Tür steht offen und es braucht nur einen kleinen Schritt, um einzutreten. Die Taufe verlangt keine besonderen Zulassungsvoraussetzungen. Es beginnt ein Lebensweg, der in jedem Abschnitt anders aussieht. Aber überall lautet die Überschrift: „Du bist Gottes Kind“. Das ganze Leben ist ein Versuch, den Weg zur Mitte zu finden. Jeder Mensch braucht Begleiter auf diesem Weg. Darum ist die Taufe auch Verpflichtung der Eltern und Paten, für die religiöse Erziehung des Kindes Sorge zu tragen.

 

Das geweihte Wasser

Wasser ist Ursprung allen Lebens. Es hat in allen Religionen und Kulturen auch eine Reinigungs- und Erneuerungskraft. Das Wasser der Taufe reinigt uns von den Fehlern der Vergangenheit und erneuert uns, damit wir als neue Menschen leben. Das ist für einen Erwachsenen, der mit Wasser übergossen wird, verständlicher als für ein Kind. Wovon soll denn das Kind gereinigt werden? Es hat doch noch nicht gesündigt? Wenn die Kirche des Mittelalters meinte, das Kind werde von der Erbsünde abgewaschen, so könnten wir das in unsere Sprache heute so übersetzen: das Kind wird aus dem Schicksalszusammenhang herausgenommen. Alles, was es belastet, angefangen von den Erbfaktoren bis hin zur psychischen Familiensituation, die bedingt ist durch die Kindheitserfahrungen der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, wird in der Taufe abgewaschen.

Indem wir das Wasser über das Kind schütten, können wir uns vorstellen, dass es nicht einfach Ergebnis des Stammbaums ist, sondern dass es ganz neu anfangen kann. Es ist eine geistige Geburt, die wir in der Taufe feiern. Das Kind ist nicht festgelegt durch die Vergangenheit, sondern offen für das Neue, das Gott in diesem Kind bewirken möchte. Aber auch wir Erwachsene üben uns in der Taufe in einem neuen Umgang mit dem Kind. Wir wollen es nicht festlegen auf eine Existenz, die sich über Anerkennung und Erfolg definiert. Wir wollen in ihm das Geheimnis Gottes sehen.Durch das Zeichen des Wassers wird erfahrbar, dass Gott uns das Lebensnotwendige geben will. Gedanken von Saint-Exupery:
„Wasser, du hast weder Geschmack, noch Farbe, noch Aroma. Man kann dich nicht beschreiben. Es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht: du selbst bist das Leben! Durch dich kehren alle Kräfte in uns zurück, die wir schon verloren glaubten. Dank deiner Segnung fließen in uns alle bereits versiegten Quellen der Seele. Du bist der köstlichste Besitz dieser Erde.”

 

Die Salbung mit Chrisamöl

Zum Zeichen ihrer Würde und ihres Amtes wurden früher Könige mit Chrisam gesalbt.

Zum Zeichen, dass Gottes Segen auf ihnen ruht und dass sie von Gott her eine neue Autorität bekommen haben, wurden in Israel damit Könige, Priester und Propheten gesalbt.

Durch die Salbung kommt zum Ausdruck, dass wir prophetische und priesterliche Menschen sind, dass auf uns der Segen Gottes ruht und dass wir durch die Taufe zu Jesus gehören. Im Zeichen der Salbung mit Chrisam wird sichtbar, dass wir in den Augen Gottes Könige sind – wir werden ja zu Priestern, Königen und Propheten gesalbt – wir werden zu königlichen Menschen, die selber leben, anstatt gelebt zu werden. Wir sind Menschen mit einer unantastbaren Würde. Und jeder Mensch ist einmalig – ein einzigartiges Wesen Gottes, das nur durch diesen Menschen in der Welt lebt.

 

Die Taufkerze

Das Licht einer einzigen Kerze genügt, um einen Raum hell zu machen.

Das Licht eines einzigen Lebens genügt, um vielen Menschen Mut und Hoffnung zu schenken. Jeder Mensch ist ein Lichtblick für diese Welt. Das drückt der Taufritus dadurch aus, dass die Taufkerze an der Osterkerze entzündet wird (Jesus ist da Licht der Welt!). Die Taufe will unseren Blick dafür öffnen, dass mit jedem Kind ein Licht aufgeht in dieser Welt. Durch jeden Menschen möge die Welt heller und wärmer werden. Es ist unsere tiefste Berufung, dass wir die Augen der Menschen um uns herum erleuchten und dass wir in ihre kalten Herzen etwas Wärme bringen. Die frühe Kirche hat die Taufe “photismos” genannt – Erleuchtung. Die Taufe zeigt also nicht nur, dass im Kind ein Licht für uns aufgeht, sondern dass das Kind selbst erleuchtet wird vom ewigen Licht Gottes.

Und im Zeichen des Lichtes der Kerze wird sichtbar, dass Gott auch in den dunklen Stunden unseres Lebens bei uns sein wird.

Die Täuflinge mögen Kraft und Mut besitzen, damit sie so wie die Taufkerze Wärme und Licht verbreiten und vielen Menschen Mut und Hoffnung schenken können.

 

Das weiße Taufkleid

Das weiße Kleid ist ein Zeichen dafür, dass der Täufling durch die Taufe gleichsam neu geschaffen wird und Christus „als Gewand“ anzieht. Das Kleid drückt auch die Würde jedes Christen aus. Früher haben die Erwachsenen Neugetauften ihr Taufkleid eine ganze Woche lang getragen: von Ostern bis zum Weißen Sonntag, von daher stammt auch der Name „Weisser Sonntag“. Sie verwirklichten, was Paulus im Galaterbrief schreibt: “Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt” (Gal 3,27). Paulus greift hier auf die Vorstellung vom himmlischen Gewand zurück, das für uns im Himmel bereitliegt.

 

Das Kreuzzeichen

Im Kreuzzeichen sagen wir dem Kind zu: “Es ist gut, dass es dich gibt. Alles an dir ist gut. Du bist ganz und gar angenommen und geliebt. Es gibt nichts in dir, was nicht von der Liebe Gottes berührt ist.” Im Kreuzzeichen machen wir Gottes Zusage deutlich: “Ich werde mit dir sein, wohin du auch gehst. Ich bin bei dir. Ich gehe alle deine Wege mit, auch die Kreuzwege, die Irrwege und Umwege.”

Schließlich erleben wir noch im Zeichen des Wortes „Effata“, dass Gott will, dass wir uns seiner Schöpfung zuwenden und offen sind, für alles was auf uns zukommt, dass wir unterscheiden lernen zwischen Wichtigem und weniger Wichtigem und dass wir in dieser Welt als glückliche Menschen leben.

 

Anmeldung zur Taufe:

Die Taufe wird in der Pfarre des Wohnsitzes gespendet (andernfalls: Tauferlaubnis der zuständigen Pfarre!)

Zur Vorbereitung und Durchführung der Taufe sind notwendig:
-Vereinbarung mit dem Seelsorger über Zeitpunkt der Taufe und des vorausgehenden Taufgesprächs,
-Taufgespräch, an dem Eltern und Pate/in teilnehmen,
-Vorlage der Geburtsurkunde des Kindes,
-Falls vorhanden: Vorlage des kirchlichen Trauungsscheines, bzw. der Heiratsurkunde, wenn Eltern nicht kirchlich verheiratet sind,
-Bekanntgabe des Taufpaten: TAUFPATE kann sein, wer röm.-kath. und gefirmt ist, das 16. Lebensjahr vollendet hat und – falls verheiratet – kirchlich getraut ist und nicht geschieden wiederverheiratet
-Vorlage des Taufscheines des Taufpaten,
-Vorlage der Taufscheine der beiden Eltern.
Einen Taufschein für das Kind stellt die Pfarre aus, in der die Taufe gespendet wurde.

Es mögen unseren Täuflingen Menschen als Vorbild dienen, die Egoismus, Unwichtige und Materielles nicht zu ihrem Lebensmittelpunkt ausgewählt haben. Menschen, die zufrieden und dankbar für jeden Tag sind, den sie erleben dürfen.